Matchpoint

Irgendwie hat mir der Film ja gefallen, weil er unglaublich interssant gemacht ist (Woody Allen), aber gegen Ende wurde es schon ziemlich krass. Seine Frau will unbedingt ein Kind von ihm , doch wird partout nicht schwanger. Seine Geliebte jedoch sofort und will, dass er seine Frau für sie verlässt. Er ist hin und hergerissen (Liebe, Wohlstand, Karriere gegen Lust). Doch zum Schluss bringt er kalt seine Affäre und deren Nachbarin um, damit es nach etwas anderem aussieht, als es ist und manipuliert berechnend Polizei, seine Familie und irgendwie auch sich selbst.

Im Moment lösche ich alte SMS, die ich an Jungs aus der Vergangenheit (vergangenen Gegenwart...) geschickt habe. Morgen wird mein Handy dann auch noch von all denen befreit, die ich von genau diesen bekommen habe. Es ist unglaublich ungewohnt, plötzlich nicht mehr single und auf der Suche zu sein und eben frei von jeglichen Bindungen. Natürlich ist es ein wunderwunderschönes Gefühl, jeden Abend zu telefonieren, zum Lachen gebracht zu werden. Du weißt ganz genau, da ist jemand, der dich liebt, der sich unglaublich auf euer gemeinsames Wochenende freut. Und ich glaube, ich habe mich genau deswegen schon super daran gewöhnt, nicht mehr jeden Kerl sofort zu bewerten und überhaupt auf ihn aufmerksam zu werden und sich für ihn zu interessieren, weil er interssant ist oder zu sein scheint. Ich finds unangenehm zu sagen, dass ich manchmal den Tag über unsicher bin, über meine Gefühle zu ihm, oder vielleicht zu anderen Jungs, und ob ich vielleich noch genauso wie in England fühle, wenn er dann bei mir zuhause ist. England, das war irgendwie eine ganz andere Welt, alles einfach wunderschön und perfekt. Im Gegensatz zu daheim, wo ich sehr viel nachdenk und mir so oft Gedanken über so viele Dinge mache, habe ich in der Zeit in Broadstairs einfach nur gelebt. Und geliebt. Und mir über nichts Gedanken gemacht. Dafür blieb einfach überhaupt keine Zeit und ständig war man mit etwas anderen beschäftigt. Und wenn ich tatsächlich mal zur Ruhe gekommen bin, hab ich mich selbst davon abgehalten, zu grübeln und mir den Kopf darüber zu zerbrechen, ob richtig ist, was ich tue und sogar zu denken, es wäre falsch. Manchmal glaube ich, hätte ich ihn hier in meiner Stadt kennengelernt, wir wären nie zusammengekommen, weil ich irgendeinen Grund gefunden hätte, dass es das "Falsche" wäre. Ich frage mich ersthaft, wovor ich Angst hab oder vielleicht besser hatte, denn ich hoffe, dass ich jetzt darüber hinweg bin. Am liebsten wär mir persönlich ganz einfache Bindungsangst, denn das ist schlicht weg gewöhnlich, normal, nichts besonderes und man kommt in meinem zarten Alter auch gut drüber. Und dass es natürlich einfach eine ganz neue, große Erfahrung ist. Ich mein, selbstverständlich freue ich mich, wenn er nächste Wochenende zu mir kommt. Freitagabend kommt er an und Sonntagabend fährt er wieder zurück. Aber ich hab auch Angst davor, dass plötzlich alles anders sein wird, zwischen uns, weil auch alles um uns ganz anders ist.

Und ich bin mir gerade auch sehr unsicher darüber, ob es eine gute Entscheidung war, all meine Ängste und Unsicherheiten aufzuschreiben,  sich mir ihnen zu stellen, denn wenn ich sie so nur noch mehr wahrnehmen würde, dann wäre das schrecklich.

8.9.07 23:09

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